Was sind eigentlich Depressionen?
Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die in unterschiedlichen Schweregraden auftritt – von leichten bis schweren Episoden. Je nach Schweregrad schränkt die Erkrankung die Betroffenen in ihrem Alltag stark ein. Einige können nicht mehr zur Arbeit gehen oder trauen sich nicht, im Supermarkt ihre Alltagseinkäufe zu erledigen.
Die Depression hat gleich mehrere Gesichter und verhält sich eigentlich bei niemandem gleich. Zusätzlich lässt sich diese psychische Erkrankung in unterschiedliche Arten einteilen, die beiden häufigsten sind die unipolare und die bipolare Depression.
Die unipolare Depression zeichnet sich durch einzelne depressive Episoden aus. Die Betroffenen erleiden (oftmals) zeitlich beschränkte depressive Episoden, klagen ansonsten allerdings über keine Symptome.
In diesem Zusammenhang spricht man von einer rezidivierenden Depression, wenn Betroffene in einem Intervall wiederkehrende depressive Episoden erleben. Es geht ihnen teilweise monatelang gut, bevor eine depressive Phase eintritt. Die Gefühlslage wechselt.
Ein weiterer Sonderfall ist die Dysthyme-Störung. Die Betroffenen beklagen sich über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren über eine pausenlose gedrückte Stimmung, die phasenweise in eine depressive Episode ausartet.
Anders als die unipolare lässt sich die bipolare Depression nicht noch weiter in Unterkategorien gliedern. Sie zählt zu den manisch-depressiven Erkrankungen. Hierbei fliegen die Betroffenen in einem Moment auf Wolke 7, bevor sie kurze Zeit später weinend und teilweise von Selbstmordgedanken geprägt in Tränen ausbrechen. Die depressiven Episoden werden als wellenartig mit manischen Hochphasen beschrieben.
Das Krankheitsbild zeigt also viele Gesichter und eine Depression erlebt jeder Erkrankte anders. Eines haben sie alle jedoch gemeinsam – die Symptome. Hier zeichnet sich bei allen Betroffenen ein ähnliches Bild ab.
Wie wird eine Depression diagnostiziert?
Bei Verdacht auf eine Depression gilt der Hausarzt oder die Hausärztin als erste Anlaufstelle. Sie leiten Betroffene nach einer ersten Untersuchung an einen Psychotherapeuten oder eine Psychotherapeutin weiter. Je nach Situation kann er oder sie auch eine Überweisung zu einem Psychiater oder einer Psychiaterin ausstellen.
So sieht in etwa der Ablauf bis zur Diagnose aus:
- Symptome erkennen: Eines oder mehrere der oben genannten Symptome müssen mindestens zwei Wochen lang anhalten, damit eine Depression diagnostiziert werden kann.
- Gespräche mit Fachleuten: Mit unterschiedlichen Tests und Gesprächen können Fachleute herausfinden, wie schwer die Erkrankung ist und was sie ausgelöst haben könnte.
- Andere Krankheiten ausschließen: Die behandelnden Fachleute unterziehen den Betroffenen unterschiedlichen körperlichen Untersuchungen, wie Bluttests. Durch die Tests vergewissern sie sich, dass die Symptome nicht durch einen Vitaminmangel (B-Vitamine, Vitamin D) oder durch eine andere Krankheit (Schilddrüsenunterfunktion) ausgelöst werden.
Wie entstehen Depressionen?
Die genaue Ursache dieser Krankheit ist bislang nicht final geklärt. Forscher*innen gehen jedoch von einem Zusammenspiel aus genetischen, biologischen, umweltbedingten und psychologischen Faktoren aus.
Neben den genannten Faktoren gibt es auch noch spezielle Lebenslagen, die diese Erkrankung hervorrufen können. Wer beispielsweise den Verlust eines geliebten Menschen zu beklagen hat oder eine Krebsdiagnose erhält, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Depressionen zu erkranken.
Unabhängig von der Ursache lassen sich Depressionen heutzutage gut behandeln – der Weg dorthin ist jedoch nicht immer einfach. Deshalb ist es wichtig, dass sich Betroffene so früh wie möglich in Behandlung begeben. Denn nur eine frühzeitige Diagnose hilft den Betroffenen, die Depression gut unter Kontrolle zu bekommen.
Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin lassen sich dann unterschiedliche Therapieansätze ausarbeiten. So gilt beispielsweise medizinisches Cannabis zur Behandlung als eine interessante Option.